Entwicklung
Geschichte
Die Wurzeln der Deutschen Solar reichen bis in die 1950er Jahre zurück. 1957 wurde in Freiberg der Volkseigene Betrieb (VEB) Spurenmetalle Freiberg gegründet, der1966 die ersten monokristallinen Siliziumblöcken und Wafer herstellte.
Zur Wendezeit spüren die Freiberger, dass die Herstellung von Solarsilizium für sie eigentlich keine Hürde darstellen dürfte und die notwendigen Einkristallziehanlagen in Freiberg vorhanden sind. Mit der Aufteilung des ehemaligen VEB Spurenmetalle in drei eigenständige Unternehmen, Solar-Silizium; Elektronik-Silizium und Gallium-Arsenid wurde die Grundlage für eine tragfähige Unternehmensstruktur geschaffen. Am 1. August 1994 wird die Bayer Solar GmbH Freiberg als hundertprozentige Bayer-Tochter gegründet und mit 19 Mitarbeitern begonnen, multikristalline Wafer in angemieteten Kellerräumen herzustellen. Mitte der neunziger Jahre erfährt die Photovoltaik eine rasanten Aufschwung und Bayer Solar erlangt eine starke Stellung auf dem Photovoltaikmarkt.
Am 2. Juni 1997 wird das erste eigene Produktionsgebäude eingeweiht. Mit jährlich sechs Millionen hergestellten Siliziumwafern und 90 Mitarbeitern ist das Europas größter Waferproduzent. Viel Know-how wird von den PV-Herstellern an die Anlagenbauer weitergegeben und gemeinsame Entwicklungsarbeit geleistet, um für die Photovoltaik geeignete Maschinen zu entwickeln, da sich . die Anlagen aus der Mikroelektronik nicht für die Massenfertigung von Solarwafern eignen.
Trotz überproportionaler Wachstumsraten entschied die Bayer-Zentrale 1999 , aus dem Solargeschäft auszusteigen und den Standort Freiberg zu veräußern. Die Bonner SolarWorld AG machte sich stark gegenüber der namhaften internationalen Konkurrenz, erhielt den Zuschlag und übernahm im August 2000 den Standort Freiberg.
Damit beginnt der Ausbau der Freiberger Solarwaferfertigung zu einem vollintegrierten Photovoltaik-Standort. Eine Fertigung vom Rohstoff Silizium bis zum fertigen Solarmodul ist zu dieser Zeit eine außergewöhnliche Idee, alle anderen Solarhersteller setzten bis dato auf die Trennung von Rohstoff bis zum Endprodukt. Bereits im November 2000 wird entschieden, die Produktionskapazität der Waferfertigung bis 2002 auf 100 Megawatt auszubauen und damit zu verdreifachen.2002 geht auch die erste Solarzellenfertigung der Schwestergesellschaft Deutschen Cell GmbH an den Start.
Im gleichen Jahr baut die Deutsche Solar in einem Pilotprojekt gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg das weltweit erste Recycling von gebrauchten Solarzellen und Modulen auf und erschließt sich damit eine neue Rohstoffquelle. 2003 ist die Wertschöpfungskette komplett. In der Solar Factory I im Gewerbegebiet Süd wird mit der Mosulproduktion begonnen. Im Februar 2004 weiht die Deutsche Solar ihr neues Logistikzentrum SolarLog ein.
Ende 2004 erreicht die Deutsche Solar eine Produktionskapazität von 120 Megawatt, die bis 2007 verdoppelt werden soll. Mit der Inbetriebnahme des „Millenium-Baues“, der neuen Waferfertigungsteigt die Kapazität 2007 auf 350 Megawatt. Große Ziele setzt sich die Deutsche Solar mit der Einführung von TPM (Total Production Management) am Standort. Damit sollen die Effizienz der Produktion gesteigert und die Verluste nachhaltig minimiert werden. Viel Aufregung und einen großen Bahnhof erlebt der Standort, als im Februar 2008 Fürst Albert II von Monaco bei seinem ersten offiziellen Staatsbesuch die Freiberger Produktion besichtigt.
Im Juli 2008 wird im Industriegebiet Freiberg-Ost der Grundstein für ein „XXL-Fabrik“, die neue Waferfertigung, gelegt. Damit beginnt das bislang größte Bauvorhaben am Standort Freiberg. Auf einem 200.000 Quadratmeter großen Gelände entsteht eine 320 Meter lange und 120 Meter breite eingeschossige Fertigungsstätte, in die innerhalb von zwei Jahren 350 Millionen Euro fließen. Im Mai 2010 geht die erste Ausbaustufe der neuen Waferfertigung im Industriegebiet Ost mit einer Kapazität von 250 Megawatt offiziell in Betrieb. Damit verfügt die Freiberger Waferfertigung Mitte 2010 über eine Produktionskapazität von 750 Megawatt.
Die umfangreichen TPM-Aktivitäten zeigen Erfolg: Im November 2010 wird die Deutsche Solar als erstes Unternehmen der Photovoltaik-Branche weltweit vom deutschen Centre of Excellence for TPM mit dem CETPM-Award ausgezeichnet.
Unmittelbar nach Beendigung der ersten Ausbaustufe in der neuen Waferfertigung im Industriegebiet Ost wird mit der zweiten Ausbaustufe begonnen. Mitte 2011 verfügt die Freiberger Waferfertigung damit über eine Kapazität von 1 Gigawatt. Zum 1. Januar 2011 wird die Deutsche Solar AG umfirmiert und heißt ab sofort Deutsche Solar GmbH.
Gegenwart
Die Weiterentwicklung von Produktionsequipment und Produkten steht aktuell im Fokus der Deutschen Solar. Neue Technologien im Bereich Kristallisation und Waferfertigung, die in den SolarWorld-eigenen Pilotlinien entwickelt wurden, werden derzeit in die Massenfertigung überführt. Mit ihnen werden die Ziele der Produktion und Forschung und Entwicklung am Standort Freiberg vorangetrieben: Steigerung der Leistungsfähigkeit von Solarzellen und –modulen bei gleichzeitiger Senkung von Produktionskosten und Materialverbrauch. Das Voraudit für den CETPM-Award in Silber wurde bereits erfolgreich absolviert, damit ist die Deutsche Solar GmbH das erste Unternehmen der PV-Branche, das diese Auzeichnung erhält.




